Expedition Teil 2: Future Space

11. Januar 2011 | 3 Kommentare  

Der Dresden Future Space ist ein Open Space zum Thema Zukunft, angelehnt an das Dresden Future Forum. Als Open Space wird eine Methode bezeichnet, Konferenzen inhaltlich und formal offen zu gestalten (vgl. Wikipedia Artikel zu Open Space) Der 5. Dresden Future Space fand im Rahmen der Expedition Unternehmen statt. Die Teilnehmer konnten zwischen vier parallelen Breakout-Sessions wählen.

 

Moritz Biehl (T-Systems Multimedia Solutions): „Das virtuelle Barcamp – mit dem Avatar zur globalen Unkonferenz“

Fliegen, Beamen und transformieren gibt’s nur bei Second Life? In der Breakout-Session von Moritz Biel (T-Systems Multimedia Solutions) „Das virtuelle Barcamp – mit dem Avatar zur globalen Unkonferenz“ besichtigten die Teilnehmer eine virtuelle Arbeitswelt á la Second Life.
Die Funktionen innerhalb der 3D Welt reichen von einer Webwand über eine Chatwand bis hin zum so genannten „Presenter“. Klarer Vorteil gegenüber realen Barcamps ist der Kostenaspekt: Kollaborative Teams, deren Mitglieder auf der ganzen Welt verteilt sind, können sich ohne lange und kostenintensive Anfahrtswege austauschen. Mittlerweile bietet das virtuelle Barcamp Platz für bis zu 200 Leute, die zeitgleich an Konferenzen teilnehmen können. Spannend bleibt, in welchem Umfang sich dieses Geschäftsmodell in Zukunft in der Business-Welt etabliert.

 

Dr. Gerhard Wohland (Institut für dynamikrobuste Höchstleistungen): „Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage – über das Elend der falschen Fragen“

Wie löst ein Unternehmen seine Probleme und welche Fragen sollte es dafür stellen? Unter diesem Motto stand die Breakout-Session des promovierten Physikers und Unternehmensberaters Dr. Gerhard Wohland. Er zeigte den Unterschied zwischen Unternehmen, die in seinem Sinne Höchstleister sind und durch das Können ihrer Mitarbeiter Innovationen vorantreiben und denen, die versuchen durch das Anhäufen von Wissen Probleme zu lösen.
Die angeregte Diskussion zwischen dem Publikum und Dr. Wohland zeigt, dass diese beiden Welten immer interagieren. Erst durch das Zusammenspiel von beiden Welten können Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen.

 

Dominik Wind (until we see new land): „Geht nicht gibts (fast) nicht: Open Innovation selbst gemacht“

Dominik Wind, Co-Gründer der Agentur until we see new land realisierte eine Breakout-Session zum Thema Open Innovation. Die SessionteilnehmerInnen versuchten sich anfangs dem Begriff „Open Innovation“ zu nähern, diesen zu definieren und diskutierten anschließend mit Dominik Wind die Vor- und Nachteile von Open Innovation in der Geschäftswelt.
Open Innovation kann als Gegenstück zum klassischen Unternehmertum gesehen werden. Während in der Geschäftswelt aufgrund des globalen Konkurrenzdrucks fast ausschließlich unternehmensinternes Wissen, Können und Potentiale genutzt werden, basiert Open Innovation auf dem Open-Source-Gedanken – jeder, der Interesse hat, kann mitwirken und alle können alles nutzen. Urheberrechte und Patente sind quasi bedeutungslos. Fazit der Session: Open Innovation ist ein äußerst spannendes Feld, das schon heute aber auch zukünftig großes Potential für bestimmte Bereiche in sich birgt, jedoch aufgrund bestehender Wirtschaftsstrukturen nicht in allen Branchen umsetzbar ist.

 

Ralf Lippold (Innovationskatalysator, Unternehmensberater), Friedemann Höller (IBM Deutschland): „Wie neue Technologien den Wissensaustausch verbessern“
Vom Nutzen Sozialer Netzwerke für berufliche Zwecke waren die Teilnehmer der Session von Ralf Lippold und Friedemann Höller überzeugt, es kam jedoch die Frage auf, wie man in sozialen Netzwerken Privates und Berufliches trennt. Die Meinungen gingen in diesem Punkt auseinander, von „gar nicht trennen“ über „Xing für berufliche Kontakte, Facebook für Freunde“ bis hin zu „nur beruflich“ oder „nur privat“.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Zeit, die man in soziale Netzwerke investiert, sei es als Privatperson oder aus Unternehmenssicht. In jedem Fall müssten, um neue Technologien zum Wissensaustausch nutzen zu können, erst Strukturen geschaffen werden, so das Fazit der Session-Teilnehmer. Neben den technischen Aspekten gehören dazu auch das Erlernen von Medienkompetenz und der Abbau von Ängsten, zum Beispiel vor Wissens- oder Machtverlust.

3 Kommentare zu “Expedition Teil 2: Future Space”

  1. RalfLippold am 23. Januar 2011 22:47

    …. wenn Wissen und Erfahrung frei über Grenzen (innerhalb und außerhalb von Organisationen und Organisationsverbünden) fließt kommen faszinierende Dinge heraus und werden Unmachbarkeiten zu einfachsten Übungen.

    Prof. Peter Senge, MIT Sloan School of Management, at an MIT World speech, http://mitworld.mit.edu/video/307 (das ist u.a. der Funke für http://flavors.me/LockSchuppen)

  2. RalfLippold am 26. Januar 2011 17:42

    Beruflich und Privates trennen? Diese Frage stellte sich Aldo Croci, IT Chef des Schweizer Kombioperateurs HUPAC, Partner des Kombiterminals KTL Ludwigshafen GmbH, im Jahre 2000 nicht.

    Ralf Lippold hatte ihn gefragt, wie er seinen Palm V als wandelndes Büro nutzt und ob er noch einen für die privaten Dinge hätte? Aldo Croci antwortete, „Wenn ich zu einem Essen mit Freunden bin und ich mich zum Kegeln verabrede, möchte ich selbstverständlich in diesem Moment wissen, ob der Termin von einem Geschäftstermin belegt ist oder nicht. Deshalb führe ich nur einen Kalender, und der ist transparent.“

    Selbstverständlich hat sich seit 2000 eine Menge getan (neben der damaligen Sonnenfinsternis) und das Web hat mit zahlreichen Lösungen überrascht, von GoogleMail, Facebook, Twitter und so manchem anderen Prozessvereinfachungstools.

    Prozessvereinfachung beruht stets auf besserer Transparenz, die erst die Schwierigkeiten offenbart.

    Warum sollten wir also nicht auch im privaten und beruflichen (beides verbindend) die Vorteile nutzen, ohne uns zum Sklaven der Technik und dem Überwachungsstaat machen zu lassen?

    Die Zeiten sind gut und zum Ausprobieren ist es nie zu spät.

  3. RalfLippold am 27. Februar 2011 11:26

    Timothy Speed zum offenen Innovationsprozess: http://www.youtube.com/watch?v=uDvQZLi1UYQ

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